Eine WordPress-Website erstellen dauert mit dem richtigen Plan kein halbes Jahr, sondern ein paar konzentrierte Tage bis wenige Wochen. Dieser Leitfaden führt Sie in neun Schritten von der ersten Idee bis zum Livegang – mit den Punkten, an denen Einsteiger am häufigsten scheitern: Rechtstexte, Ladezeit und eine Seitenstruktur, die tatsächlich Anfragen bringt.
Warum WordPress?
WordPress betreibt weltweit mehr Websites als jedes andere System. Für Unternehmen zählen vor allem vier Gründe:
- Selbst pflegbar: Texte, Bilder und neue Seiten ändern Sie ohne Programmierkenntnisse.
- Erweiterbar: Shop, Buchungssystem, Mehrsprachigkeit oder Lernbereich lassen sich später ergänzen.
- Keine Lizenzkosten: Die Software ist Open Source. Sie zahlen nur Hosting, Domain und gegebenenfalls Premium-Erweiterungen.
- Gute Basis für Google: Saubere URLs, Metadaten und Sitemaps sind mit wenigen Handgriffen eingerichtet.
Schritt 1: Ziel und Seitenstruktur festlegen
Bevor Sie etwas installieren, beantworten Sie drei Fragen: Wer soll die Website besuchen? Was soll diese Person danach tun – anrufen, anfragen, kaufen? Und wonach sucht sie bei Google?
Daraus ergibt sich die Seitenstruktur. Für die meisten Dienstleister reicht zum Start:
| Seite | Aufgabe |
|---|---|
| Startseite | In fünf Sekunden klarmachen, was Sie anbieten und für wen |
| Leistungsseiten (je Leistung eine) | Bei konkreten Suchanfragen gefunden werden |
| Referenzen | Vertrauen durch echte Projekte aufbauen |
| Über uns | Menschen hinter dem Unternehmen zeigen |
| Kontakt | Den nächsten Schritt so einfach wie möglich machen |
| Impressum, Datenschutz | Rechtliche Pflicht |
Schritt 2: Domain und Hosting wählen
Die Domain sollte kurz, gut aussprechbar und ohne Bindestrich-Ketten sein. Beim Hosting achten Sie auf:
- Serverstandort in der EU und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV)
- aktuelle PHP-Version und kostenloses SSL-Zertifikat
- automatische tägliche Backups
- SSH- oder zumindest SFTP-Zugang für den Notfall
Schritt 3: WordPress installieren
Fast alle deutschen Hoster bieten eine Ein-Klick-Installation. Achten Sie danach auf diese Grundeinstellungen:
- Einstellungen › Permalinks auf „Beitragsname“ stellen – das ergibt lesbare Adressen wie
/leistungen/. - Sprache, Zeitzone und Datumsformat auf Deutsch setzen.
- Einen Administrator-Namen wählen, der nicht „admin“ heißt, und ein langes Passwort mit Zwei-Faktor-Anmeldung verwenden.
- Die Beispielinhalte („Hallo Welt“, Beispielseite) löschen.
Schritt 4: Theme auswählen
Das Theme bestimmt das Grundgerüst. Moderne Block-Themes lassen sich direkt im Website-Editor gestalten, ohne zusätzlichen Page-Builder. Das hält die Seite schlank und schnell. Prüfen Sie vor der Wahl:
- Wann wurde das Theme zuletzt aktualisiert?
- Wie schnell lädt die Demo auf dem Smartphone?
- Lassen sich Farben und Schriften zentral einstellen?
Page-Builder wie Elementor sind bequem, erzeugen aber viel zusätzlichen Code. Für Websites, die dauerhaft schnell und gut gefunden werden sollen, lohnt sich ein schlankes Theme oder eine individuelle Umsetzung.
Schritt 5: Die wichtigsten Plugins – so wenige wie möglich
Jedes Plugin ist zusätzlicher Code, der gepflegt werden muss. Für den Start genügen meist:
- ein SEO-Plugin für Titel, Beschreibungen und Sitemap
- ein Formular-Plugin mit Spamschutz
- ein Backup- und ein Sicherheits-Plugin (sofern der Hoster das nicht übernimmt)
- ein Consent-Tool, falls Sie Tracking oder externe Dienste einbinden
Wie Sie Plugins sicher installieren und was Sie vorher prüfen sollten, erklären wir Schritt für Schritt in der Anleitung WordPress Plugins installieren.
Schritt 6: Inhalte schreiben, die verstanden werden
Besucher lesen nicht, sie scannen. Schreiben Sie deshalb:
- eine klare Hauptüberschrift pro Seite, die sagt, was Sie für wen tun
- kurze Absätze und Zwischenüberschriften, die einzeln verständlich sind
- Beweise statt Behauptungen: Referenzen, Zahlen, Kundenstimmen
- einen eindeutigen nächsten Schritt am Ende jeder Seite
Wie gute Struktur in der Praxis aussieht, zeigt unsere Referenz KT Bodenteam: Leistungen, Vorher-Nachher-Vergleiche und ein einfaches Kontaktformular führen Besucher direkt zur Anfrage.
Schritt 7: Mobil, schnell und barrierearm
Mehr als die Hälfte der Besuche kommt vom Smartphone, und Google bewertet Websites anhand der mobilen Version. Prüfen Sie deshalb jede Seite auf dem Handy. Was dabei wichtig ist, lesen Sie in unserem Beitrag Responsive Webdesign.
Für schnelle Ladezeiten: Bilder als WebP oder AVIF in passender Größe hochladen, Caching aktivieren und auf unnötige Schriftarten und Slider verzichten. Wer Produkte oder Dienstleistungen an Verbraucher verkauft, sollte außerdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz im Blick haben – mehr dazu auf unserer Seite zu digitaler Barrierefreiheit.
Schritt 8: Rechtliches nicht vergessen
- Impressum – von jeder Seite mit einem Klick erreichbar
- Datenschutzerklärung – passend zu den tatsächlich eingesetzten Diensten
- Cookie-Einwilligung – nur nötig, wenn nicht notwendige Cookies oder Dienste wie Analyse-Tools genutzt werden
- KI-Inhalte – wer Chatbots oder KI-generierte Inhalte einsetzt, sollte die neue KI-Kennzeichnungspflicht kennen
Schritt 9: Livegang-Checkliste
- Alle Formulare einmal selbst testen – kommt die E-Mail an?
- „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ in den Einstellungen deaktivieren.
- Website in der Google Search Console anmelden und die Sitemap einreichen.
- Seitentitel und Meta-Beschreibungen für alle wichtigen Seiten setzen.
- Backup erstellen und automatische Updates planen.
Was kostet eine WordPress-Website?
| Variante | Einmalig | Laufend |
|---|---|---|
| Selbst gebaut | 0–300 € (Theme, Plugins) | ca. 5–25 € im Monat für Hosting und Domain |
| Solider Auftritt vom Profi | ab etwa 3.000 € | Hosting plus optionale Wartung |
| Individuelles Projekt | meist 8.000–25.000 € | Hosting, Wartung, Weiterentwicklung |
Der größte versteckte Kostenfaktor ist Zeit: für Inhalte, Fotos, Tests und die Pflege danach. Regelmäßige Updates sind kein Extra, sondern Pflicht – sonst wird die Seite langsam oder angreifbar. Wenn Sie das abgeben möchten, übernimmt das unsere WordPress-Wartung.
Selbst machen oder machen lassen?
Selbst machen lohnt sich, wenn Sie Zeit haben, Freude am Ausprobieren mitbringen und die Website vor allem als digitale Visitenkarte dient.
Machen lassen lohnt sich, wenn die Website verlässlich Anfragen bringen, bei Google gefunden werden oder Funktionen wie Buchung, Shop oder Mitgliederbereich bieten soll. Als WordPress Webdesign Agentur bauen wir Websites, die Ihr Team danach selbst pflegen kann.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine WordPress-Website zu erstellen?
Eine einfache Website mit fünf bis acht Seiten ist mit fertigen Inhalten in wenigen Tagen online. Professionelle Projekte mit Konzept, Texten und Design dauern meist sechs bis zwölf Wochen.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Für Standard-Websites reichen der Block-Editor und ein gutes Theme. Programmierkenntnisse helfen erst bei individuellen Funktionen oder Performance-Optimierung.
Ist WordPress sicher?
Ja, wenn WordPress, Theme und Plugins regelmäßig aktualisiert werden, starke Passwörter mit Zwei-Faktor-Anmeldung genutzt und nur gepflegte Plugins installiert werden. Die meisten gehackten Seiten hatten veraltete Erweiterungen.
Was ist der Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org?
WordPress.org ist die freie Software, die Sie bei einem eigenen Hoster installieren – mit voller Kontrolle. WordPress.com ist ein gehosteter Dienst mit Tarifen, bei dem manche Funktionen erst in teureren Paketen verfügbar sind.